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Ornithologenverband Sachsen-Anhalt e.V.

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Vogelmonitoring in Deutschland

Vogelmonitoring in
Sachsen-Anhalt 2012


Hrsg. LAU Sachsen-Anhalt
Staatliche Vogelschutzwarte
in Zusammenarbeit mit OSA

In: Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Halle
Heft 1/2014

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1. Monitoring seltener Brutvogelarten
STEFAN FISCHER & GUNTHARD DORNBUSCH: Bestandssituation ausgewählter Brutvogelarten in Sachsen-Anhalt – Jahresbericht 2012
AXEL SCHONERT & BERND SIMON: Naturschutzfachliche Erfolgskontrolle von Managementmaßnahmen zum Erhalt und zur Entwicklung von FFH-Offenlandlebensräumen im NATURA 2000-Gebiet Mittlere Oranienbaumer Heide - Brutvögel
JANA SCHONERT & AXEL SCHONERT: Weiterführung der Erfassung des Kranichs (Grus grus) in Sachsen-Anhalt
HENRIK WATZKE & HEINZ LITZBARSKI: Großtrappenbeobachtungen in Sachsen-Anhalt abseits des Fiener Bruchs von 1990 bis 2012

2. Wasservogel- und Gänsemonitoring
MARTIN SCHULZE: Die Wasservogelzählung in Sachsen-Anhalt 2012/2013

3. Monitoring der Rastbestände anderer Vogelarten
STEFAN FISCHER: Ergebnisse der Kormoran (Phalacrocorax carbo)- Schlafplatzzählung in Sachsen-Anhalt im Januar 2013

4. Spezielle Untersuchungen zur Ursachenermittlung
ALMUT E. SCHLAICH & RENÉ FONGER: Satellitentelemetrie von Wiesenweihen (Circus pygargus) im Altmarkkreis Salzwedel: Zug und Überwinterung

Jahresbericht Vogelmonitoring Sachsen-Anhalt 2012

Vogelmonitoring in
Sachsen-Anhalt 2011


Hrsg. LAU Sachsen-Anhalt
Staatliche Vogelschutzwarte
in Zusammenarbeit mit OSA

In: Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Halle
Heft 1/2012

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1. Monitoring seltener Brutvogelarten
STEFAN FISCHER & GUNTHARD DORNBUSCH: Bestandssituation ausgewählter Brutvogelarten in Sachsen-Anhalt – Jahresbericht 2011
UBBO MAMMEN, KERSTIN MAMMEN, NORA WUTTKE & ALEXANDER RESETARITZ: Brutvorkommen wertgebender Vogelarten im FFH-Gebiet Buntsandstein- und Gipskarstlandschaft bei Questenberg im Südharz im Jahr 2011
MARTIN SCHULZE & BJÖRN SCHÄFER: Landesweite Brutbestandserfassung des Brachpiepers (Anthus campestris) in Sachsen-Anhalt 2011
UBBO MAMMEN & KERSTIN MAMMEN: Ergebnisse der landesweiten Erfassung von Grauspecht (Picus canus), Mittelspecht (Dendrocopos medius) und Schwarzspecht (Dryocopus martius) im Jahr 2011 in Sachsen-Anhalt

2. Monitoring häufiger Brutvogelarten
SVEN TRAUTMANN, JOHANNES SCHWARZ & STEFAN FISCHER: Das Monitoring häufiger Brutvögel in Sachsen-Anhalt - Zwischenergebnisse nach acht Jahren Laufzeit (2003 bis 2010)
STEFAN FISCHER: Zehn Jahre Punkt-Stopp-Zählungen im EU-SPA Zerbster Land

3. Wasservogel- und Gänsemonitoring
MARTIN SCHULZE: Die Wasservogelzählung in Sachsen-Anhalt 2011/2012

Im Brachpieper-Beitrag hat sich leider ein Fehler auf S. 53 eingeschlichen.
Abb. 4 ist durch beiliegende Abb. zu ersetzen.
Jahresbericht Vogelmonitoring Sachsen-Anhalt 2011

Vogelmonitoring in
Sachsen-Anhalt 2010


Hrsg. LAU Sachsen-Anhalt
Staatliche Vogelschutzwarte
in Zusammenarbeit mit OSA

In: Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Halle
Sonderheft 1/2011

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1. Monitoring seltener Brutvogelarten
STEFAN FISCHER & GUNTHARD DORNBUSCH: Bestandssituation ausgewählter Brutvogelarten in Sachsen-Anhalt – Jahresbericht 2010
BJÖRN SCHÄFER & ANDREAS PSCHORN: Brutvorkommen wertgebender Vogelarten im FFH-Gebiet Elbaue zwischen Saalemündung und Magdeburg im Jahr 2010
MARTIN SCHULZE: Der Brutbestand des Blaukehlchens (Luscinia svecica) in Sachsen-Anhalt 2010 - Ergebnisse einer landesweiten Erfassung
ANDREAS PSCHORN: Ergebnisse der landesweiten Erfassung von Raufußkauz (Aegolius funereus) und Sperlingskauz (Glaucidium passerinum) in Sachsen-Anhalt
BÄRBEL LITZBARSKI, HEINZ LITZBARSKI, SABINE BICH & SABINE SCHWARZ: Bestandssituation und Flächennutzung der Großtrappen (Otis tarda) im Fiener Bruch

2. Wasservogel- und Gänsemonitoring
MARTIN SCHULZE: Die Wasservogelzählung in Sachsen-Anhalt 2010/2011

3. Monitoring der Rastbestände anderer Arten
ANDREAS PSCHORN: Ergebnisse der Zählungen an Schlafplätzen des Kranichs (Grus grus) im Land Sachsen-Anhalt
Jahresbericht Vogelmonitoring Sachsen-Anhalt 2010

Vogelmonitoring in
Sachsen-Anhalt 2009


Hrsg. LAU Sachsen-Anhalt
Staatliche Vogelschutzwarte
in Zusammenarbeit mit OSA

In: Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Halle
Sonderheft 1/2010

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1. Monitoring seltener Brutvogelarten
STEFAN FISCHER & GUNTHARD DORNBUSCH: Bestandssituation ausgewählter Brutvogelarten in Sachsen-Anhalt – Jahresbericht 2009
STEFAN FISCHER & GUNTHARD DORNBUSCH: Abschluss der Ersterfassungen wertgebender Brutvogelarten in den Europäischen Vogelschutzgebieten Sachsen-Anhalts
LUKAS KRATZSCH & UWE PATZAK: Brutvorkommen wertgebender Vogelarten im EU SPA Vogelschutzgebiet Drömling im Jahr 2009
STEFAN FISCHER & GUNTHARD DORNBUSCH: Ersterfassungen wertgebender Brutvogelarten in ausgewählten FFH-Gebieten Sachsen-Anhalts
SEBASTIAN SCHÖNE: Brutvorkommen wertgebender Vogelarten in den FFH-Gebieten Buchenwald östlich Klötze, Klüdener Pax-Wanneweh östlich Calvörde, Süppling westlich Weißewarte sowie Tangelnscher Bach und Bruchwälder im Jahr 2009
THOMAS HELLWIG & SEBASTIAN SCHÖNE: Brutvorkommen wertgebender Vogelarten in den FFH-Gebieten Bürgerholz bei Burg und Güsener Niederwald im Jahr 2009

2. Wasservogel- und Gänsemonitoring
MARTIN SCHULZE: Die Wasservogelzählung in Sachsen-Anhalt 2009/2010

3. Sonstiges
UWE NIELITZ: Das "Seegelände" bei Frose - Ein neues Feuchtgebiet von überregionaler Bedeutung im Salzlandkreis
Jahresbericht Vogelmonitoring Sachsen-Anhalt 2009

Vogelmonitoring in
Sachsen-Anhalt 2008


Hrsg. LAU Sachsen-Anhalt
Staatliche Vogelschutzwarte
in Zusammenarbeit mit OSA

In: Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Halle
Sonderheft 2/2009

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Monitoring seltener Brutvogelarten
STEFAN FISCHER & GUNTHARD DORNBUSCH: Bestandssituation ausgewählter Brutvogelarten in Sachsen-Anhalt – Jahresbericht 2008
MARTIN WADEWITZ: Zum aktuellen Bestand des Uhus (Bubo bubo) in Sachsen-Anhalt
BURKHARD LEHMANN, CINDY ENGEMANN, RALF ZSCHÄPE, STEFAN FISCHER & GUNTHARD DORNBUSCH: Brutvorkommen wertgebender Vogelarten im EU SPA Salziger See und Salzatal im Jahr 2007

Monitoring mittelhäufiger Vogelarten
MARTIN SCHULZE: Das Monitoring mittelhäufiger Brutvögel in Sachsen-Anhalt

Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen
STEFAN FISCHER: Stand des Integrierten Monitorings von Singvogelpopulationen in Sachsen-Anhalt
STEFAN FISCHER: Sechs Jahre Beringungsarbeit an einem IMS-Fangplatz in Sachsen-Anhalt

Wasservogel- und Gänsemonitoring
MARTIN SCHULZE: Die Wasservogelzählung in Sachsen-Anhalt 2008/2009
Jahresbericht Vogelmonitoring Sachsen-Anhalt 2008

Zurückliegende Hefte "Vogelmonitoring in Sachsen-Anhalt" steht mit anderen Sonderheften der Publikationsreihe "Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt" auf dieser Webseite zum Download zur Verfügung.


Überregionale Monitoring-Projekte in Deutschland

In Deutschland gibt es eine Reihe von Monitoring-Projekten, die vom Engagement ehrenamtlich tätiger Spezialisten getragen werden. Die wichtigsten bundesweiten Vorhaben sind nachfolgend kurz erläutert. (DDA bedeutet Dachverband Deutscher Avifaunisten). Über die angegeben Kontaktadressen können weitere Informationen abgefragt werden, ggf. erfolgt die Weiterleitung an die jeweiligen regionalen Koordinatoren.

Monitoring häufiger Brutvogelarten. Dieses Programm befasst sich mit Untersuchungen von Vögeln in der Normallandschaft auf ausgewählten Probeflächen und in unterschiedlichen Lebensräumen. Dabei wird nach unterschiedlichen methodischen Ansätzen verfahren. Im Rahmen von Revierkartierungen wird der gesamte Bestand an revierhaltenden Vögeln auf einer Kontrollfläche erfasst. Dieses Verfahren ist sehr aufwendig und erfordert viel Zeit und Erfahrung. Zuverlässige Daten liefern auch die sogenannten Punkt-Stopp-Zählungen, bei denen Zählungen und Begehungen nach streng standardisierten Vorgaben erfolgen.
Info: Homepage des DDA - Monitoring häufiger Arten

DDA-Monitoring seltener Brutvogelarten. Zu wirklich seltenen Brutvogelarten gibt es oftmals sehr genaue Bestandszählungen oder sehr zuverlässige Schätzungen. In diesen Fällen muss man nicht auf Probeflächenerfassungen und Hochrechnungen zurückgreifen, sondern kann auf die genauen Datensammlungen von Spezialistengruppen bzw. der Vogelschutzwarten der Bundesländer zurückgreifen. Der DDA bemüht sich um eine möglichst vollständige Zusammenstellung der verfügbaren Informationen zu über 75 Arten mit gesamtdeutschen Brutbeständen unter 1000 Paaren und publiziert die Ergebnisse in entsprechenden Berichten.
Info: Homepage des DDA - Monitoring Gefährdete und geschützte Arten

Monitoring Greifvögel und Eulen. Dieses Projekt startete bereits 1988 am Institut für Zoologie der Universität Halle (Saale). Wer sich beteiligen möchte, sollte eine oder mehrere Greifvogel- oder Eulenarten auf einer größeren Kontrollfläche jährlich untersuchen. Von Interesse sind dabei sowohl Angaben über den Brutbestand als auch die Feststellung des Bruterfolges. Die Ergebnisse werden in einem jährlichen Bericht zusammengestellt, der jedem Mitarbeiter kostenlos zur Verfügung gestellt wird. An diesem Programm sind inzwischen mehrere europäische Länder beteiligt.
Info: Homepage: www.greifvogelmonitoring.de

Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen. Im Jahr 1999 wurde von den drei deutschen Vogelwarten das neue Projekt "Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen" (IMS) gestartet. Dahinter verbirgt sich ein standardisiertes Erfassungsprogramm für Beringer. Speziell ausgebildete und geprüfte Beringer errichten Netzstandorte, an denen alljährlich nach einem strengen Zeitregime Vögel gefangen und beringt werden. Auf Basis der so gewonnenen Daten lassen sich nicht nur Rückschlüsse auf Bestandsveränderungen ziehen, sondern durch die exakte Bestimmung des Jungvogelanteils auch Hinweise zum Reproduktionserfolg und über Wiederfänge zu den Überlebensraten der einzelnen Arten.
Info: Dr. Ulrich Köppen, Beringungszentrale Hiddensee, LUNG Mecklenburg-Vorpommern, An der Mühle 4, 17493 Greifswald, Mail: beringungszentrale (at) lung.mv-regierung.de

Internationale Wasservogelzählung. Die Zentrale für Wasservogelforschung im Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) fasst die Ergebnisse der jährlichen Zählungen in Deutschland rastender und überwinternder Wasservogelarten zusammen. In den neuen Bundesländern gehen die Informationen vorab an den Förderverein für Wasservogelökologie und Feuchtgebietsschutz. Die Erfassungsmethodik ist recht einfach. Zu ganz bestimmten Terminen wird die Anzahl der Wasservögel auf festgelegten Zählstrecken erfasst und die Ergebnisse werden auf standardisierten Zählbögen festgehalten. Die Wasservogelzählung ist eines der ältesten internationalen Monitoringprogramme überhaupt.
Info: Homepage des DDA - Wassservogelmonitoring


Neben den hier genannten Projekten gibt es noch zahlreiche spezielle Programme auf Ebene der Bundesländer bzw. konkreter Naturräume (z.B. Wattenmeer, Nordseeküste, Ostseeküste). Diese werden entweder durch Verbände getragen und/oder durch zuständige Behörden (z.B. die Staatlichen Vogelschutzwarten oder Landesämter). Auch zu einzelnen Arten gibt es bundesweite oder überregionale Spezialistengruppen (z.B. Weißstorch, Wanderfalke, Kranich), die sich sowohl mit dem Schutz als auch mit der Bestandsüberwachung der jeweiligen Art befassen. Engagierte Mitarbeiter sind in allen ehrenamtlich organisierten Arbeitsgruppen stets willkommen.



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Steckbyer Grundsätze und Ziele zum Vogel-Monitoring in Deutschland

Ein bundesweites Monitoring von Vogelarten ist wichtig und notwendig.

Die systematische und langfristige Überwachung von Vogelbeständen liefert zuverlässige Informationen über den Erhaltungszustand unserer Umwelt und die Wirksamkeit von Naturschutzmaßnahmen. Die wissenschaftliche Analyse der gesammelten Daten und die Aufbereitung der Ergebnisse versetzt die Öffentlichkeit und die Entscheidungsträger von Bund und Ländern in die Lage, die notwendigen Erfordernisse zur Sicherung bzw. Verbesserung des Zustandes unserer heimischen Natur zu diskutieren, abzuwägen und umzusetzen.

Bund, Länder und Verbände arbeiten zusammen.

Hinsichtlich des Vogel-Monitorings in Deutschland verfügen sowohl die zuständigen Fachbehörden der Länder und des Bundes, als auch die nicht-staatlich organisierten Verbände und Arbeitsgruppen über hohe Sachkompetenz. Die vorhandenen Potentiale lassen sich am besten durch eine enge und vertrauensvolle Partnerschaft und die Förderung von Synergien ausschöpfen. Behördlicher wie verbandlicher Vogelschutz wollen sich darum bemühen, bestehende Kooperationen im Vogelmonitoring zu stärken und neue Wege zu einer intensivierten und sich gegenseitig befruchtenden Zusammenarbeit gemeinsam zu beschreiten.

Gesetzliche Verpflichtung, Begeisterung und bürgerliches Engagement: Die Vielfalt der Motive wird akzeptiert.

Während Bund und Länder zur Bestandsüberwachung der europäischen Vogelarten im Rahmen nationaler Gesetzte und internationaler Abkommen verpflichtet sind, basiert die Arbeit Tausender von Mitarbeitern an den Monitoringprogrammen ganz überwiegend auf freiwilligen Leistungen. Hier sind neben bürgerlichem Engagement vor allem Freude und Begeisterung bei der Erforschung der Vogelwelt wesentliche Motive. Die Akzeptanz dieser Motive und die Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit ist eine Voraussetzung für die Kooperation zwischen den Behörden und den ornithologischen Verbänden und Arbeitsgruppen.

Die Ziele, die Methoden und die Leistungsfähigkeit eines bundesweit abgestimmten Vogelmonitorings sollen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden.

Die Einrichtung einer Website www.Vogelmonitoring.de bietet den Fachbehörden, Verbänden und Arbeitsgruppen eine moderne Plattform zur Darstellung der Ziele, Methoden und Ergebnisse von Monitoring-Vorhaben. Auf diese Weise soll der Austausch von Informationen, die Integration der verschiedenen Vorhaben und die Popularität von Vogel-Monitoring befördert werden. Die Beteiligung liegt im freien Ermessen der jeweiligen Partner. Die Integration von Monitoring-Daten in den bundesweiten (oder auch den jeweils landesbezogenen) „Nachhaltigkeits-Index“ fördert ebenfalls den Bekanntheitsgrad der laufenden Projekte und wird deshalb ausdrücklich begrüßt.

Methodische Standards sollen einheitlich gelten und die vorhandenen Basisprogramme integriert werden.

In den letzten Jahren wurden die theoretischen Grundlagen für ein bundesweites Vogel-Monitoring erarbeitet und vielfältige praktische Erfahrungen im Rahmen laufender Programme gesammelt. In einem jetzt notwendigen Schritt sind die Integration und die Anpassung der Programme an die fachlichen Notwendigkeiten zur Stärkung ihrer Aussagekraft erforderlich. Wichtige Partner (ggf. in einem F&E-Projekt des Bundes) sind dabei der DDA, der NABU und die Institute für Vogelforschung einerseits und das BfN bzw. die Vogelschutzwarten und Fachbehörden der Länder andererseits. Für ein Monitoring häufiger Arten in der „Normallandschaft“ ist zunächst die Auswahl repräsentativer Probeflächen essentiell. Interessierte Länder und Verbände können auf diesen Flächen dann mit bundesweit standardisierten Erfassungen beginnen.

Wissenschaftliches Niveau und Langfristigkeit eines Vogel-Monitorings in Deutschland sollen durch eine unabhängige Institution gesichert werden.

Internationale Erfahrungen zeigen, dass die Qualität von Monitoring-Programmen ganz entscheidend davon abhängt, in welcher Weise es gelingt, fachliches Engagement von ehrenamtlichen Spezialisten mit den Kenntnissen von professionellen Koordinatoren dauerhaft zu verbinden (in Großbritannien und in der Schweiz ist dies im Rahmen von Stiftungen in beispielhafter Weise gelungen). Die Veranstalter der Steckbyer Tagung werden sich darum bemühen, die notwendigen Voraussetzungen und Erfordernisse zur dauerhaften Etablierung der fachlich abgestimmten Monitoringprogramme unter Beachtung der o.g. Grundsätze zu prüfen.

Kai Gedeon, Stefan Fischer & Christoph Sudfeldt



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"Stiftung Vogelmonitoring Deutschland" in Chemnitz gegründet

Im September 2002 fand in Steckby eine Klausurtagung zu den Perspektiven des Vogelmonitorings in Deutschland statt. Mitarbeiter und Spezialisten aus den Fachbehörden der Länder, des Bundesamtes für Naturschutz, des Bundesumweltministeriums sowie der mit Monitoring befassten Arbeitsgruppen und Verbände waren der Einladung der Länder-AG der Vogelschutzwarten und des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten gefolgt. Die Tagungsteilnehmer verabschiedeten die sogenannten "Steckbyer Ziele und Grundsätze" zum Vogelmonitoring in Deutschland, in denen unter anderem festgestellt wurde, dass wissenschaftliches Niveau und die Langfristigkeit eines Vogel-Monitorings in Deutschland durch eine unabhängige Institution gesichert werden muß. Vorbild ist dabei der British Trust for Ornithology, der seit Jahrzehnten auf Basis einer Stiftung sehr erfolgreich Vogelmonitoring in Großbritannien organisiert.

Durch intensive Vorbereitung und Zusammenarbeit aller Beteiligten war es am 16. August 2003 dann soweit: am Rande der Tagung der Europäischen Ornithologen-Union in Chemnitz trafen sich mehr als 80 Ornithologen aus ganz Deutschland, um in feierlichem Rahmen die Stiftung Vogelmonitoring zu gründen. Zu den Gästen gehörten Vertreter der nationalen und regionalen Ornithologen- und Vogelschutzverbände, der Vogelwarten, der Staatlichen Vogelschutzwarten und des Bundesamtes für Naturschutz. 37 vogelkundliche Verbände und Privatpersonen unterzeichneten als Gründungsstifter das Stiftungsgeschäft; weitere kündigten ihren baldigen Beitritt zur Stiftung an, die zunächst vom Dachverband Deutscher Avifaunisten treuhänderisch verwaltet wird.

Erfreut nahmen die versammelten Ornithologen das Angebot von Prof. Heinz Sielmann auf, als eines der ersten gemeinsamen Projekte der Heinz-Sielmann-Stiftung und der Stiftung Vogelmonitoring Deutschland, die Erarbeitung eines bundesdeutschen Brutvogelatlas in Angriff zu nehmen. In weiteren Grußworten machten sowohl Frau Annette Doerpinghaus (Bundesamt für Naturschutz) als auch Dr. Hans-Günther Bauer (Deutscher Rat für Vogelschutz) und Prof. Franz Bairlein (Deutsche Ornithologen-Gesellschaft) deutlich, wie bedeutsam ein gestärktes Engagement im Vogelmonitoring ist und welch großer Meilenstein die Stiftungsgründung deshalb ist. Prof. Jeremy Greenwood (British Trust for Ornithology) und Dr. Niklaus Zbinden (Schweizerische Vogelwarte Sempach) überbrachten Grüße ihrer Einrichtungen und betonten, wie wichtig es ist, Visionen zu entwickeln, um die feldornithologische Arbeit voranzutreiben. Dr. Klaus Witt, langjähriger Vorsitzender des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten, gab einen sehr persönlichen Bericht über die Entwicklung der deutschen Avifaunistik in den letzten Jahrzehnten.

Zum ersten Vorstand der Stiftung bestimmten die Gründungsstifter Dr. Kai Gedeon (Vorsitzender), Wolfgang Mädlow (Stellvertreter), Dr. Ommo Hüppop, Hartmut Meyer und Dr. Christoph Sudfeldt.

Ziel der Stiftung ist die nachhaltige Förderung von Natur- und Umweltschutz, Wissenschaft und Forschung sowie Bildung und Erziehung auf den Gebieten Ornithologie und Vogelmonitoring. Wer diese wichtige Aufgabe unterstützen möchte, in dem er Zustifter oder Spender wird, setzt sich mit der Geschäftstelle der Stiftung (PF 1129, 09331 Hohenstein-Ernstthal; e-mail: stiftung@vogelmonitoring.de) in Verbindung. Weitere Informationen sind unter www.stiftung-vogelmonitoring.de verfügbar.


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